Wie Windows Live Mesh mein Herz eroberte

Jeder der mehrere PCs oder Laptops sein eignen nennt kennt das Problem. Man benötigt eine bestimmte Datei und natürlich ist die Datei wie immer grad an dem Gerät an dem man sich befindet nicht verfügbar oder nur in einer älteren Version vorhanden. Also darf man erst mal sehen, wie man nun an die aktuelle Version kommt und kann diese dann entweder über einen USB-Stick oder eben über eine Dateifreigabe auf den anderen Rechner kopieren. Bei einer Datei geht das vielleicht noch, allerdings ist es auch da schon nervig. Noch nerviger wird’s, wenn man zum Beispiel auf seinem Laptop und auf seinem PC seine MP3 Sammlung synchron halten will. Vor allem dann, wenn man auf einem Rechner die Namen einer Lieder angepasst hat und auf dem anderen Rechner noch nicht.

Jetzt hat sicher schon jeder mal versucht, sich ein Robocopy-Skript zu schreiben um diverse Ordner zwischen zwei Rechnern synchron zu halten. Mag bei zwei Rechnern noch gehen, wird allerdings recht schnell kompliziert, wenn’s mehr als zwei Rechner sind. Auch von den Tools die es im Netz so gibt um Dateien zwischen Rechner zu synchronisieren hat mich bislang noch keines so wirklich überzeugt. Entweder viel zu komplex zu konfigurieren, nicht kostenlos oder sonst irgendwelche Macken und Limits sind vorhanden, die einen vor der Benutzung abschrecken.

Vor ein paar Tagen war es dann soweit, dass ich mal wieder in die “Scheiße, die Datei liegt nur auf dem anderen Rechner”-Falle getappt bin. Das war auch der Grund, warum ich mir Windows Live Mesh angesehen hatte. Vom hören sagen kannte ich das “Progrämmchen” eigentlich schon länger. Wirkliche Beachtung hatte ihm allerdings noch nie geschenkt, wahrscheinlich auch, weil ich von den anderen Synchronisationsprogrammen etwas angefressen war.

Großer Fehler, denn Windows Live Mesh hat sich in den letzten Tagen als super einfach zu bedienen erwiesen und das wichtigste: Es funktioniert einfach. Das Programm ist bei den Windows Live Essentials 2011 enthalten, welches nebenbei noch ein paar andere Programme wie den Windows Live Writer oder Windows Live Mail mitbringt. Wer diese Programme nicht auf seinem Rechner benötigt, kann während der Installation auswählen, was man alles installieren will und was nicht.

Nach der Installation startet man Windows Live Mesh und meldet sich mit seinem Live-Account an. Über einen Live-Account verfügt inzwischen eh schon fast jeder der eine Xbox 360, Spiele wie GTA4 für den PC oder einen Hotmail-Mailaccount sein eigen nennt. Wer dennoch noch keinen Live Account hat, kann sich innerhalb von 3 Minuten auch kostenlos einen Account erstellen. Nachdem man dann seine Accountdaten Windows Live Mesh mitgeteilt hat, kann man schon beginnen Ordner auszuwählen, die man gerne zwischen mehreren Rechner synchron halten möchte. Dazu klickt man in der Live Mesh Oberfläche einfach auf “Ordner synchronisieren” und wähl dann den Ordner, wie zum Beispiel “Eigene Musik” aus. Als nächstes kommt die Frage, wohin man den Ordner synchronisieren möchte. Taucht hier nur Windows Skydrive auf und kein weiterer PC oder Laptop, liegt es daran, dass man auf diesem den Live Mesh Client noch nicht installiert hat oder sich dort noch nicht mit seinem Live Account in Windows Live Mesh angemeldet hat. Die Rechnernamen sind übrigens die gewöhnlichen NETBIOS Hostnamen der Rechner.

Wer sich unsicher ist, welcher Rechner wie heißt, kann das am einfachsten durch das ausführen einer CMD.exe herausfinden. In der CMD gibt man dann “hostname” (ohne Anführungszeichen natürlich) ein und schon bekommt man den Namen des Rechners an dem man sich momentan befindet angezeigt. Hat man das Betriebsystem nicht selbst installiert, kann es auch vorkommen, dass der Name nicht wirklich eindeutig oder leicht zu merken ist. Den Namen kann man am einfachsten ändern, indem man entweder auf das “Computer”-Icon auf dem Desktop oder selbigem im Startmenü einen Rechtsklick macht und dann auf “Eigenschaften” klickt. Dort sieht man nun den Computernamen und kann diesen auch ändern. Das jeweilige vorgehen unterscheidet sich abhängig von der verwendeten Windows-Version geringfügig.

Nun zurück zu Live Mesh. Hat man den Client auch zwei Rechnern installiert und tauchen beide in Live Mesh auf kann nun einfach auswählen auf welchen Rechner der Ordner synchronisiert werden soll. Hat man diese Auswahl getroffen legt Live Mesh auch schon los und kopiert den Ordner samt Inhalt auf den anderen Rechner. Auch der Speicherort der zu synchronisierenden Ordner darf auf beiden Rechnern unterschiedlich sein. Auch dieser kann in Live Mesh nach belieben angepasst werden. Auch sehr schön ist die Möglichkeit Lesezeichen des Internet Explorers synchron zu halten. Zudem bietet Windows Live Mesh auch noch die Möglichkeit, den Remotezugriff, sprich Remote Desktop Zugriff auf die einzelnen “gemeshten” Rechner zu bekommen, sofern man diesen zuvor erlaubt hat. Auch eine Idee vor allem für Gamer: Man kann den Ordner eines Spieles, in welchem die Savegames gespeichert werden synchronisieren. So kann man auf jedem Rechner dort weiterspielen, wo man zuvor aufgehört hat. Geht zwar nicht bei allen Spielen, da manche den letzten Spielstand noch sonst wo verewigen, bei vielen Spielen geht’s aber ohne Probleme.

Wer das Programm noch nicht kennt, sollte auf jeden Fall mal einen Blick auf das ranke und schlanke Windows Live Mesh werfen. Das Programm ist nur zu empfehlen.